Tod und Trauer brauchen Raum - „Traumfänger“ für Kinder und Jugendliche

Frühförderung Regenbogen e. V. bietet neues Projekt ab Sommer 2018

Ankum. Traumfänger –  der  die bösen Träume auffangen, die guten durchlassen und so dem Glauben nach für einen guten Schlaf sorgen soll. Für die Frühförderung Regenbogen der richtige Name für ein Projekt für Kinder und Jugendliche – das Raum zum Trauern und für gute Erinnerungen geben soll…
    
Traumfänger – der die bösen Träume auffangen, die guten durchlassen und so dem Glauben nach für einen guten Schlaf sorgen soll. Für die Frühförderung Regenbogen der richtige Name für ein Projekt für Kinder und Jugendliche – das Raum zum Trauern und für gute Erinnerungen geben soll…Gibt man das Thema „Trauer“ in Internet-Suchmaschinen ein, bekommt man unter anderem Hinweise auf Artikel mit solchen Überschriften: „ Wir setzen uns nicht mit dem Tod auseinander und dann fällt uns die Trauer an, wie ein wildes Tier.“ So ist es“, fühlt sich die Geschäftsführerin des Vereins Frühförderung Regenbogen, Annette Kempe, von dieser Aussage angesprochen und hat deshalb mit ihrem Team viel Zeit und Herzblut in die Ausarbeitung des Traumfänger-Projektes investiert.

„Wir möchten Kindern und Jugendlichen in Momenten der Trauer beistehen und  ihnen helfen, diese Erfahrungen zu verarbeiten.“, so Annette Kempe. Trauer soll Zeit und Raum gegeben werden, denn auch, wenn es landläufig heißt, „ die Zeit heilt alle Wunden“, so sei doch inzwischen klar, dass es in bestimmten Situationen auch Hilfe bedarf. „Zeit, Alltag, feste Strukturen tragen natürlich dazu bei, dass Kinder und Jugendliche gefestigt in ihren Strukturen groß werden, sich geborgen und aufgehoben fühlen“, weiß die Geschäftsführerin.

Aber die Trauer wird dadurch nicht weniger, nicht weniger groß, nicht weniger klein. Bestimmte Situationen, Feiertage oder Erinnerungen sind untrennbar mit Menschen verbunden. Wenn sie nicht mehr da sind, hilft es auch nicht, dass dieses Erlebnis drei, fünf oder zehn Jahre her ist. „Lange Zeit waren Erwachsene der Meinung, dass Kinder und Jugendliche sich nicht mit den Themen Tod und Sterben beschäftigen sollten, weil sie zu klein oder zu unreif sind und die Dimension dieses Erlebnisses gar nicht greifen können“, erläutert Annette Kempe. Umso wichtiger sei es nun, wo der Tod, das Sterben immer mehr Raum in der  Gesellschaft einnähme, auch die Kinder und Jugendlichen mitzunehmen, ihnen beizustehen.

Sie wollen das Projekt "Traumfänger" Wirklichkeit werden lassen - Im Bild vorne: Annette Kempe. Hintere Reihe: Christel Feldhaus, Stephanie Moormann, Matthias Wegener (von links nach rechts).

 
Sie wollen das Projekt "Traumfänger" Wirklichkeit werden lassen - Im Bild vorne: Annette Kempe. Hintere Reihe: Christel Feldhaus, Stephanie Moormann, Matthias Wegener (von links nach rechts).

Denn in diesen Situation sind häufig auch die Erwachsenen überfordert: Sterben Eltern oder Großeltern, dann ist die Trauer groß. Stirbt der Bruder oder die Schwester, ein Freund, eine Freundin ist ebenfalls besondere Aufmerksamkeit nötig. Manchmal zerbrechen Familien an solchen Schicksalsschlägen, das macht die Sache für die betroffenen Kinder nicht einfacher. Vielfach sind die Erwachsenen, die den Austausch mit ihren Kindern suchen sollten, selber mit ihrem eigenen Trauerprozess beschäftigt und fühlen sich überfordert, dass Gespräch und die Nähe mit ihren Kindern zu suchen.  

Hier setzt  das Projekt „Traumfänger“ an: Hauptamtlich oder ehrenamtlich ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung leisten konkrete Trauerarbeit mit den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien. „Der Regenbogen ist eine Anlaufstelle, in der es Zeit und Raum für den individuellen Trauerprozess gibt“, so Annette Kempe. Aber auch die Beratung und Begleitung von Institutionen aus dem Lebensumfeld der Betroffenen, wie beispielsweise Kindergärten und Schulen sind geplant. Und wichtig sei auch, dass dieses Angebot „niedrigschwellig“ sei, sprich kostenfrei, so dass Betroffene ohne große Anträge und Bedarfsermittlung in die „Vielfalt“ der Trauerbegleitung kommen. „Das „Trauerland“ Belm im Südkreis setzt genau hier an und bietet eine kostenfreie Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche an“, erklärt die Geschäftsführerin. Auch Anfragen aus dem Nordkreis habe es schon vielfach in Belm gegeben. „Wir haben von dort erfahren, dass ein solches Angebot auch hier in unserer Region wichtig wäre.“

Und damit kommt es zur  Frage der Finanzierung. Auch wenn geplant ist, das Projekt mit Ehrenamtlichen umzusetzen, entstehen erhebliche Kosten. Über viele Kanäle ist der Verein daher jetzt dabei, Mittel zu akquirieren, damit das Projekt „an den Start“ gehen kann. „Wir planen, im Sommer 2018 zu beginnen und sind auch sehr zuversichtlich, dieses über Spenden und Co-Finanzierungen von Standort-, Samtgemeinden und Landkreis hinzubekommen“, so die Geschäftsführerin Annette Kempe.

Der  Verein ist auf weitere  Spenden für dieses Projekt angewiesen. Die Kontaktdaten für finanzielle und auch ideelle Unterstützung gibt es bei der Frühförderung Regenbogen e. V. in Ankum, Tel. (0 54 62) 7 45 61 23 oder im Internet: www.fruehfoerderung-regenbogen.de.

Wer direkt helfen möchte, kann dies gern tun, hier die Angabe zum Spendenkonto:

Konto 21 41 24 01 bei der  VR-Bank eG im Altkreis Bersenbrück.
BLZ 265 679 43, IBAN DE 68 2656 7943 0021 4124 01, BIC: GENODEF1NOP.
Verwendungszweck: „Traumfänger“

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Quelle

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Mitteilung Frühförderung Regenbogen e.V.
 Bilder Frühförderung Regenbogen e.V.
 

Aktualisiert

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05.12.2017 - Die Nummer des Spendenkontos wurde aktualisiert.
 Link Frühförderung Regenbogen