Bayerisch gestürmt: Der Ankumer Oktoberfest-Frühschoppen!

Zuerst: Was wäre das Ankumer Oktoberfest ohne das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle? In Ankum einfach nur “Die Hartlager” genannt, war es nicht nur alljährlich mit dabei, sondern für den Hartlager Fanclub (HFC) Ankum, den Vorläufer des AOC, vor 10 Jahren auch so etwas wie der eigentliche Festanlass. Im Jubiläumsjahr spielten sie erstmals an beiden Tagen auf, zum Frühschoppen am Sonntagvormittag standen sie sogar schon vor Beginn der Gaudi vor dem Zelt, um die Gäste zu begrüßen und um die Wartezeit bis zum Beginn des Frühschoppen zu verkürzen.

Seit 10 Jahren unverzichtbar beim Ankumer Oktoberfest: Das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle!
Seit 10 Jahren unverzichtbar beim Ankumer Oktoberfest: Das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle!

 

Selbstverständlich waren es wenig später auch die Klänge dieses Orchesters, die den passenden Beginn des Frühschoppens sowie manche Zeit an diesem Vormittag in der gewohnt spritziger Weise gestalteten. Weder der schwungvoller Stil, noch der Bigband-Sound oder ein Schlagermix, wie natürlich ein Defiliermarsch sollten fehlen. 

Bisher geht es noch ohne eine Pumpe der Feuerwehr.

Ebenso kein Oktoberfest ohne Fassanstich. Beim Ankumer Fest teilen sich die hierfür zuständigen Herren die Arbeit auf. In der Festnacht nutzt der Bürgermeister dieses Previleg, am 2. Tag sein Stellvertreter Klaus Menke. Zum Ritual gehörig ist mithin das Zählen der Schläge bis zum erfolgreichen Vollzug. Diese Gehörigkeit war beim Jubiläumsfrühschoppen jedoch nicht umsetzbar, weil schon der erste Schlag ein unübersichtliche Gefummel helfend zugeeilter Hände auslöste und sich unterdessen reichlich Leckbier über den Zeltboden ergoß. Nur knapp ließ sich das Rufen der Ankumer Feuerwehr zum Abpumpen des holden Saftes aus der Landeshauptstadt der Bayern vermeiden. Es gelang alsbald und nach mancher Mühe, das grob geschlagene Loch wieder zu verschließen.  

Ankums stellv. Bürgermeister Klaus Menke zeigte eine bescheidene Tagesform, der Fassanstich endete in einem unübersichtlichen Gefummel.
Ankums stellv. Bürgermeister Klaus Menke zeigte eine bescheidene Tagesform, der Fassanstich endete in einem unübersichtlichen Gefummel.

 

Klaus Menke, der in den vergangenen Jahren gemeinhin mit nur einem Schlag erfolgreich war, versuchte danach zwar mit einigen Worten eine Milderung des entstandenen Eindrucks seiner bescheidenen Tagesform zu erreichen, gab diesen Versuch jedoch rasch wieder auf. Weitaus mehr Tagestalent bewies er danach bei der herzlichen Begrüßung der etwa 400 Gäste, die sich zum zweiten Festtag im Zelt eingefunden hatten. Den Worten folgend gab er einen Blumenstrauß an Stefan Kempe weiter, der gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Ankumer Oktoberfestclubs eine Adaption des Liedes “Vielen Dank für die Blumen” anstimmte und hiermit ein herzliches Dankeschön an alle Gäste des Oktoberfestes reichte. Dieser Gesangsvortrag wirkte offenbar derart begabt, dass sich Sascha Wolke als Dirigent des Musikkorps veranlasst sah, den Dirigentenstab kurzzeitig an Theo Dückingshaus als AOC-Vorsitzenden weiter zu geben.

Eine Auszeichnung für den begabten Sänger und AOC-Chef: Theo Dückinghaus durfte als Dirigent vor das Musikkorps treten.
Eine Auszeichnung für den begabten Sänger und AOC-Chef:  Theo Dückinghaus durfte als Dirigent vor das Musikkorps treten.

 

Der bayerische Sturm erfasste das Zelt.

Sie nennen sich “Bayern Stürmer” und sie meinen das auch so. Jedenfalls den Hinweis auf den Sturm, mit dem sie ein Festzelt einzunehmen pflegen. Solche Weise legten sie auch beim diesjährigen Ankumer Oktoberfest an den Sonntag, denn kaum hatte das Musikkorps Hartlage-Lulle die erste Pause eingelegt, wandelte schon ein Bayern Stürmer samt seiner Trompete über die Tische und in gleicher Weise sollte es in den frühen Mittagsstunden weitergehen. Einmal saß ein Musiker inmitten der Gäste auf seinem Akkordeon und spielte rücklings auf dem Instrument, einmal ließ ein anderer sich von den Damen das Fußkleid nehmen, um seine Posaune mit dem entblößten Fuß zu spielen.

Ein Bayern Stürmer lieferte den Beweis: Posaune geht auch per Fuß.
Ein Bayern Stürmer lieferte den Beweis: Posaune geht auch per Fuß.

 

So bläst man ins Alphorn, wenn man ein Bayern Stürmer ist.
So bläst man ins Alphorn, wenn man ein Bayern Stürmer ist.

 

Selbst ein Alphorn hatten sie mitgebracht und es wurde bewiesen, dass sich auch dieses in absonderlicher Weise blasen lässt. Wirklich zu halten auf der Bühne waren die Stürmer also in keinem Moment, obwohl sie auch von den weltbedeutenden Brettern aus brilliant zu unterhalten wußten. Die Gäste machten beigeistert mit, Mitklatschen war hierbei noch die bewegungsärmste Variante. Es wurde geschunkelt, getanzt oder sich am Boden nahezu artistisch bewegt, womit schon allein ein Zuschauen zur reinen Freude wurde.  Solche Freude verursachte alsdann auch die Ankündigung, dass die Musik selbst nach dem geplante Ende des Frühschoppens eine weitere Stunde spielen sollte. 

Gaudi und Partystimmung pur beim Frühschoppen des 10.Ankumer Oktoberfestes.
Gaudi und Partystimmung pur beim Frühschoppen des 10.Ankumer Oktoberfestes.

 

Tomboli, Tombola... Urkunden und ein Abschied.

Wie bereits in der Festnacht, so gab es beim Frühschoppen des Jubiläumsfestes Gewinne zu verteilen und wie am Abend zuvor waren alle Gewinner zugegen. Zur Glücksfee hatte der AOC die Ankumer Schützenkönigin Cordula Wöllermann erkoren. Reisegutscheine gab es und einen Fernseher, welcher jedoch kurz nach der Übergabe der Gewinnerin entglitt und sich sogleich unmittelbar dem Zeltboden näherte. Soweit mittels Betrachtung und Begleitgeräusch vernehmbar, nahm das Gerät hierbei keinen Schaden und die Gewinnerin blieb unbekümmert.

Kurze Nummernkontrolle und tatsächlich: Hauptgewinn!
Kurze Nummernkontrolle und tatsächlich: Hauptgewinn!

 

Ein wenig Kummer und Traurigkeit schwank später aber mit, als der Ankumer Oktoberfestclub zwei Mitglieder aus den eigenen Reihen verabschieden musste. Monika und Klaus-Dieter Klöpper scheiden leider aus. Der AOC bedankte sich sehr mit der Übergabe zweier Urkunden für das geleistete Engagement, die gezeigte Bereitschaft zu allem Unsinn, die immer gute Laune und für den Spaß, den man gemeinsam mit dem Paar erleben durfte. Maria Klöpper gab abschließend ein Versprechen ab: beim nächsten Frühschoppen werden sie als Gäste garantiert wieder kommen.

Ein viel bedauerter Abschied. Maria und Klaus-Dieter Klöpper scheiden aus dem Ankumer Oktoberfestclub aus.
Ein viel bedauerter Abschied. Maria und Klaus-Dieter Klöpper scheiden aus dem Ankumer Oktoberfestclub aus.

 

Urkunden gab es danach auch für die vordersten Vertreter des Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle, Sascha Wolke und Thomas Nordemann. Das Oktoberfest kann nicht ohne das Musikkorps, es darf Ankum gern als zweites Revier betrachten.

Ofen aus in der Gerüchteküche!

Für die gute Küche sorgte mit viel bayerischen Leckereien auch beim Frühschoppen die Ankumer Landfleischerei von Höne. In der Küche der Gerüchte brodelte in den vergangenen Monaten jedoch eine Ungeheuerlichkeit. Der Ankumer Oktoberfestclub würde das Jubiläum verwenden, um damit das Ende der dörflichen Oktoberfestgeschichte zu verkünden. Christoph Athmer wies dieses Gerücht entschieden zurück. Natürlich wird es auch im nächsten Jahr ein Ankumer Oktoberfest geben, mit dem Abbau des Zeltes sind die Vorbereitungen für das nächste Jahr angelaufen.

 

 

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Wie das Toilettenpapier auf den Oktoberfestboden kam

Eine kleine Geschichte erzählte man sich am Rande des 10. Ankumer Oktoberfestes immer dann, wenn jemandem das abgerollte Toilettenpapier auf dem Zeltboden aufgefallen war.  Das war so:
Daeinst im vergangenen Jahr soll sich im Ankumer Hotel Raming eine Lauserei zugetragen haben. Die in Ankum stets und natürlich auch weiterhin sehr und sehr herzlich willkommenen Gäste aus Gehrden, die Feuerleute aus der Nähe unserer Landeshauptstadt also, sollen nahezu rüpelhaft mit dem Toilettenpapier des Hotels umgegangen sein. So sehr, dass der Hotelier Stefan Raming, wohl mehr scherzend als tatsächlich erbost, forderte, die Herren sollten im nächsten Jahr doch besser ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen. Gesagt, getan. Gut gerüstet mit dem Hygienepapier rollten die Brandschützer im Folgejahr an. Da im Hotel jedoch kein wirklicher Mangel an diesem Bedarfsartikel herrschte, nahmen die Herren das gerollte Papier mit ins Oktoberfestzelt, wo es irgendwie die gerollte Form verlor und sich ǘber den Zeltboden verbreitete. Allzu dauerhaft war diese Merkwürdigkeit jedoch nicht zu betrachten. Die Herren selbst waren es wohl, die dieser Erscheinung kurz darauf ein Ende setzten.

Eine kleine Geschichte erzählte man sich am Rande des 10. Ankumer Oktoberfestes immer dann, wenn jemandem das abgerollte Toilettenpapier auf dem Zeltboden auffiel.

 

 

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