Gemeinderat Ankum am 27. Oktober 2016: Neue Bauplätze am See - Entgegen der Anwohnereinwände - Vielleicht zu früh

Die vom Ankumer Ortsplaner Helmut Gramann entwickelten und gezeichneten Pläne für neue Bauplätze am Ankumer See wurden in vergangenen Wochen gehörig ausgelegt und zum Anlass für Einwände. Letztlich gab der Gemeinderat jedoch erwartungsgemäß die Zustimmung.
 
Entstehen werden die Bauplätze seeseitig im Verlauf der Straße Am Brunning. Etwa nördlich vom Bereich der Hausnummer 8 bis südlich zum Parkplatz mit der Fusstreppe zum See, also am Zugang zum Schützenplatz. Der dadurch beanspruchte Boden ist im Privatbesitz. Der Eigentümer habe, so die Auskünfte des Bürgermeisters Detert Brummer-Bange und seines Stellvertreters Klaus Menke, in Gespräche berechtigt eigenen Vorstellungen vertreten, sei aber durchaus kooperativ und zu Zugeständnissen bereit gewesen. So sichert er der Gemeinde schriftlich ein Nutzungsrecht im Bereich des Parkplatzes am Seezugang zu. Laut Menke sei der Gemeinde damit eine Gestaltungsfähigkeit in diesem Bereich geblieben.

Auszug aus der Fassung des Bebauungsplans zur öffentlichen Auslegung - Gemeinde Ankum - Übersicht über den Planungsbereich
Auszug aus der Fassung des Bebauungsplans zur öffentlichen Auslegung - Gemeinde Ankum - Übersicht über den Planungsbereich

 

Der Ortsplaner Gramann ging in seiner Präsentation der Planungen auf die zugestellten Einwände ein. Seitens der Behörden und anderer zu beteiligender Stellen seien wenige Hinweise gekommen. Verkehrsführung, Wasser- und Energieversorgung und dergleichen mehr, seien gänzlich unproblematisch. Der Landkreis haber aber als Arbeitshinweis notiert, dass nahe des Planungsbereichs ein Gebäude besonders zu berücksichtigen ist, jenes mit der Hausnummer 20 direkt am Zugang zum Schützenplatz, weil es unter Denkmalschutz steht. Darauf hatten sich auch Einwände der Anwohner bezogen.
Dem Denkmalschutz, welcher einen Umgebungsschutz einschließt, werde laut Gramann nun Rechnung getragen, indem eine kleine Teilfläche aus dem Planungsbereich entnommen wurde. Damit bleibe die Sicht auf das Gebäude frei. Zudem schreibe der Bebauungsplan nun eine Dachneigung von mindestens 30 Prozent vor, um eine Anpassung an das örtliche Bebauungsbild zu gewährleisten.  

Auszug aus der Fassung des Bebauungsplans zur öffentlichen Auslegung - Gemeinde Ankum - Südlicher Bereich mit Zugang zum See und Schützenplatz
Auszug aus der Fassung des Bebauungsplans zur öffentlichen Auslegung - Gemeinde Ankum -  Südlicher Bereich mit Zugang zum See und Schützenplatz

 

Die Anwohner hätten in ihren Eingabe außerdem das Flächenmanagement der Gemeinde allgemein kritisiert und keine Notwendigkeit zur Ausweisung neuer Bauflächen am Seegelände gesehen. Gramann führte dagegen an, dass seitens der Behörden die Vorgabe bestehe, in einem Ort die Bebauung der Flächen zunächst zu verdichten, bevor neue Flächen am Ortsrand als Baugebiet genutzt werden. Hiermit solle der Flächenverbrauch der freien Landschaft eingeschränkt werden. Auf Nachfrage des Ratsherrn Ralf Gramann (Grüne) bestätigte der Ortsplaner, dass diese Vorgabe zur Verdichtung rechtlich nicht verpflichtend sei.  
 
Maren von der Heide (CDU) betrachtete die Ausweisung der Bauflächen als zu früh. Damit werde Überlegungen zur zukunftsorientierten Ausgestaltung des Seegeländes vorgegriffen. Die Verdichtung der Bebauung am Seerand könnte einem zukünftigen Konzept entgegen stehen. Außerdem sei der See als Erholungsbereich ein Kleinod Ankums und als solches zu erhalten. Da sie wohl vermutete, dass auch Mitglieder der UWG-Mehrheitsfraktion hintergründig ein Unwohlsein angesichts der Planungen verspürten, beantragte sie eine geheime Abstimmung. Der Anforderungen der Geschäftsordnung hinsichtlich einer geheimen Abstimmung erforderten jedoch eine Mehrheit, die sich im Rat nicht herstellen ließ.
 
Da in der Diskussion rund um das Vorhaben das Verhalten des Grundstückeigentümers wiederholt zum Gegenstand wurde und ihm als Bürgermeister mutmaßlich manche Überlegungen zu weit gingen, stellte sich Detert Brummer-Bange vor den Eigentümer und betonte vor allem, dass sich dieser nicht einem “Kreuzfeuer” des Gemeinderats aussetzen müsse.
 
Heinrich Möller (SPD) gab zur Notiz, dass er ihm die Auseinandersetzung mit dem Bebauungsplans schwer gefallen sei. Danach war er in einer hinreichend gewohnten Weise wieder voll des Lobes für die Arbeit der Verwaltung und Gemeindeführung.
 
Nachdem der Gemeinderat mit 11 Ja-Stimmen, 6 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen den vorgelegten Bebauungsplan genehmigt hatte, verließen einige Anwohner der Straße Am Brunning den Ratssaal. Einer von ihnen sagte nur noch kurz vor dem Entschwinden: “Mehr als kämpfen kann man nicht!”

 

 

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01.11.2016 - Nach einem Hinweis eines Ratsherren wurde die Mitteilung, dass der Ratsherr Heinrich Möller dem Bebauungsplan zustimmte, entfernt.
 

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