Monika Neudert : Grußwort zum August-Benninghaus-Gedenktag

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Dachau-Märtyrers P. August Benninghaus SJ, als Sprecherin des Freundeskreises „Selige aus dem KZ Dachau“ darf ich Ihnen in Ankum herzliche Grüße zu Ihrem Festtag aus Dachau senden.

Gedenktafel in Ankum„Die Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht frei und froh.“ Diesen Satz schrieb der erst im September 2016 selig gesprochene P. Engelmar Unzeitig in seinem letzten Brief kurz vor seinem Tod an seine Schwester. Er hatte sich wenige Wochen vor dem Ende des Krieges freiwillig zur Pflege typhuskranker Kameraden im KZ Dachau gemeldet, um sie mit seinem priesterlichen Dienst auf dem letzten Weg in den Tod zu begleiten. Auch er starb an Typhus.

„Die Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht frei und froh“. Das Leben der christlichen Märtyrer im KZ Dachau war wie ausgespannt zwischen Extremen und es war in unvorstellbarem Leid und Kampf, getragen von einem großen Glauben an Gott und der festen Hoffnung auf die Erlösungskraft der Auferstehung Christi. So war es möglich, aus der Gnade Gottes zu leben und zu christlichen Haltungen wie dem Gebet für die Feinde und dem Einsatz des eigenen Lebens bis zum Tode zu reifen. Die Hingabe des eigenen Lebens an Gott war die größte Frucht der Gnade und machte die Märtyrer ihrem Herrn Jesus Christus gleich, für den sie in Gefangenschaft geraten waren.

P. August Benninghaus SJ starb im Jahr 1942 im KZ Dachau für seinen christlichen Glauben. In diesem Jahr 1942 war die über 1000 Männer zählende Gruppe der Geistlichen besonders grausamen Schikanen aus Hass und unvorstellbar großem Hunger ausgeliefert. In diesem Jahr starben täglich viele Geistliche. Die meisten der inzwischen 56 selig gesprochenen Märtyrer aus dem KZ Dachau starben im Jahr 1942, insgesamt 39!

Dachau-Märtyrer P. August Benninghaus SJDie Erzdiözese München und Freising hat für den 12. Juni einen neuen liturgischen Gedenktag eingeführt: „Selige von Dachau“. Die Zahl und die Bedeutung der inzwischen 56 selig gesprochenen Märtyrer, die auf dem Gebiet unserer Erzdiözese gelitten,gebetet und geopfert haben und getötet wurden, wird so auch in der Liturgie in der ganzen Erzdiözese deutlich. Am 12.06.2017 wurde dieser Gedenktag zum ersten Mal gefeiert.Das ist eine große Freude für mich und mein ehrenamtliches Engagement als Sprecherin des Freundeskreises „Selige aus dem KZ Dachau“, hat erste Früchte getragen. Auch als Bürgerin von Dachau freue ich mich. Die Stadt Dachau ist so nicht nur ein Ort des Schreckens und des Leides, sondern auch ein Ort des Sieges der Gnade Gottes und der Liebe über das Böse - die Stadt der Seligen.

Die Märtyrer sind uns geschenkt, damit wir an ihrem Beispiel sehen können, wozu der Mensch fähig ist, der sich ganz Gott hingegeben hat wie P. Benninghaus, aber auch wozu Menschen fähig sind, die sich ganz von Gott abgewandt haben und sich für das Böse entschieden haben. Solche Menschen und ihr Tun erleben wir leider auch in unseren Tagen.

Die Märtyrer aus Dachau dürfen nicht vergessen werden! Ihr Beten und Leiden opfertensie vieltausendfach auf, damit die Kirche und die Länder Europas befreit würden vom grausamen Nationalsozialismus, von Krieg und Unfreiheit. Ihr Gebet und Opfer wurde erhört. Wir dürfen heute in Freiheit und Wohlstand leben. Dankbar dürfen wir an die Märtyrer von Dachau denken und Gott dafür danken.

Möge unser Glaube gestärkt werden durch das Vorbild der Märtyrer aus dem KZ Dachau, die auch in schwierigen Zeiten Halt fanden in ihrem Glauben an Gott, der uns geliebt und für uns sein Leben hingegeben hat.

Gedenken wir dankbar der Märtyrer aus Dachau, die aus Liebe ihr Leben hingaben für Christus und die mit ihrer Hingabe ihrem Herrn nachfolgten.

Möge unser christlicher Glaube durch Ihr Zeugnis erneuert werden und uns Kraft geben zum Einsatz für unsere Brüder und Schwestern.

Selige Märtyrer aus Dachau, bittet für uns!

Monika Neudert
Freundeskreis Selige aus dem KZ Dachau

 

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Quelle

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Zuleitung über Freundeskreis P. August Benninghaus SJ 

 

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 Bilder Hermann Rieke- Benninghaus
 

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Gemeinde Ankum