Monika Kaiser-Haas: Grußwort zum August-Benninghaus-Gedenktag

Wir dürfen diese Zeugen dankbar als leuchtende Wegmarken wahrnehmen.
Papst Benedikt XVI.

 

Für Pater August Benninghaus (7.11.1880 – 20.7.1942) findet eine Gedenkfeier in Ankum, dem Geburtsort des Glaubenszeugen, aus Anlass seines 75. Todestages im Konzentrationslager Dachau statt. Dazu lädt der Freundeskreis August Benninghaus alle Interessierten herzlich ein.  
 
Jesuitenpater August Benninghaus SJAm 7. November 1980 wird August Benninghaus in Druchborn bei Ankum geboren. Er wächst in einer vom katholischen Glauben tief geprägten Familie auf. Mit zwanzig Jahren entscheidet er sich für das Noviziat des Jesuitenordens in Blijenbeek/ Niederlande und empfängt mit 33 Jahren das Sakrament der Priesterweihe. Der Jesuitenpater tut während des ersten Weltkrieges freiwillig Dienst als Divisionspfarrer an der mazedonischen Front. Nach dem Krieg wird er von seinem Orden mit der Betreuung der Jugendverbände und der Krankenhausseelsorge in Köln Deutz beauftragt. Später wirkt er als Exerzitienmeister und Volksmissionar in Münster.
 
Der Jesuitenpater leistet Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrechtregime und legt Zeugnis für seinen Glauben ab aus Liebe zu Christus. In einer Predigt setzt er sich für den Erhalt der Bekenntnischule ein. Seine für die Nationalsozialisten staatsfeindlichen Äußerungen sind für die Gestapo Anlass August Benninghaus am 27. Juni 1941 in Münster zu verhaften. Er wird ins Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen eingeliefert. Dort wird er zwei SS- Männern so schwer misshandelt, dass er stürzt, auf einer Tischkante aufschlägt und sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzieht. Gesundheitlich angeschlagen muss er die letzte Zeit seines Lebens im KZ Dachau im Block 24, Stube 1, in der sogenannten Invalidenbaracke verbringen. Er ist für die Tötung durch Vergasung in Schloss Hartheim vorgesehen, stirbt aber schon vorher am 20. Juli 1942 an den Folgen der Haft, der Krankheit und des Hungers.Gedenktafel in Ankum
 
Im Jahre 1994 beauftragt Papst Johannes Paul II. weltweit die Ortskirchen an die einzelnen Schicksale aller Märtyrer zu erinnern. Prälat Prof. Dr. Helmut Moll aus Köln arbeitet an dieser Aufgabe im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz. In zwei Bänden, inzwischen in sechster Auflage, stellt er die Lebensgeschichten der deutschen Glaubenszeugen und ihr Ausgeliefertsein in den menschenverachtenden Situationen vor. Ein Beitrag erinnert an den Märtyrer August Benninghaus. Der Titel des zweibändigen Werkes lautet: 

Zeugen für Christus
Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts
“ von Prälat Dr. Helmut Moll

Prälat Prof. Dr. Helmut Moll hält nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus an der Kirchenburg im Pfarr- und Jugendzentrum den Festvortrag im Gedenken an den Jesuitenpater. Das Thema lautet.

Vor 75 Jahren im KZ Dachau gestorben. Jesuitenpater August Benninghaus 1880-1942 aus Druchborn dem Vergessen entreißen."

Im Anschluss sind Fragen und Gespräche zu einem möglichen Seligsprechungsverfahren erwünscht. Der Gedenktag in Ankum am 20. Juli 2017 trägt zur Erinnerungskultur und gegen das Vergessen bei. 

Internationaler Karl-Leisner-Kreis e.V.
Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin

 

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Quelle

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Zuleitung über Freundeskreis P. August Benninghaus SJ 

 

Aktualisiert

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 Bilder Hermann Rieke- Benninghaus
 

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Gemeinde Ankum