„Wirtschaftsspionage trifft auch kleine und mittlere Betriebe“

Landkreis Osnabrück lädt Unternehmen des Nordkreises zum Unternehmensfrühstück

Welche Risiken gibt es auch für kleine und mittlere Unternehmen, Wirtschaftsspionage zum Opfer zu fallen? Antworten auf diese Frage gab Jörg Peine-Paulsen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Niedersächsischen Verfassungsschutzes bei seinem Vortrag „Wirtschaftsspionage – Jeden kann es treffen!“ im Rahmen eines Unternehmensfrühstücks. Der Landkreis Osnabrück hatte hierzu Unternehmen aus dem gesamten Nordkreis in das See- und Sporthotel nach Ankum eingeladen.

Zeigten sich erfreut über die sehr gute Resonanz des Unternehmensfrühstücks für das nördliche Osnabrücker Land: (von links): Siegfried Averhage; Geschäftsführer der WIGOS, Referent Jörg Peine-Paulsen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Landrat Dr. Michael Lübbersmann und Georg Dobelmann, Eigentümer des See- und Sporthotels Ankum.
Zeigten sich erfreut über die sehr gute Resonanz des Unternehmensfrühstücks für das nördliche Osnabrücker Land: (von links): Siegfried Averhage; Geschäftsführer der WIGOS, Referent Jörg Peine-Paulsen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Landrat Dr. Michael Lübbersmann und Georg Dobelmann, Eigentümer des See- und Sporthotels Ankum.

 

„Gerade kleineren Unternehmen ist gar nicht bewusst, dass es auch im eigenen Hause viele Informationen gibt, die für einen Mitbewerber interessant sind“, zeigte sich Landrat Dr. Michael Lübbersmann in seiner Begrüßung überzeugt. Dabei seien beispielsweise die technischen Daten einer neuen Entwicklung oder eine Liste der wichtigsten Kunden sehr wohl hochspannende Ziele eines Datendiebstahls. Mit der Veranstaltung wolle der Landkreis Osnabrück hier sensibilisieren.

Wie einfach so ein Informationsdiebstahl heute ist, beleuchtete Wirtschaftsspionagefachmann Peine-Paulsen den knapp 70 Teilnehmern der Veranstaltung anhand von zahlreichen Beispielen. So sei die Beschaffung eines Spähprogramms für jeden durchschnittlich versierten Internetnutzer ganz offiziell und vergleichsweise preisgünstig möglich. „Für die Infektion des gesamten Computerbestands eines Unternehmens ist es oft ausreichend, unbedacht einen scheinbar zufällig gefundenen USB-Stick in den Computer zu stecken.“, so Peine-Paulsen. Die Vernetzung der Geräte berge hier viele Gefahren.

Aber auch ohne Schadsoftware werde regelmäßig ein großer wirtschaftlicher Schaden durch zu große Vertrauensseligkeit angerichtet. In einer aktuellen Studie hätten Forscher rund 12.000 Beschäftigte in Unternehmen in einer angeblich von der hauseigenen EDV verschickten Mail darum gebeten, ihr Passwort zu nennen: Unglaubliche 58 Prozent seien der Aufforderung gefolgt. „Besonders unvorsichtig sind dabei Menschen unter 30 Jahre – die Digital Natives also“, skizzierte der Referent. Kein Wunder also, dass in Deutschland durch Wirtschaftsspionage jährlich Verluste von rund 100 Milliarden Euro entstehen.

Peine-Paulsens Plädoyer lautete denn auch: Die Mitarbeiter immer wieder für die Gefahren des Datenklaus sensibilisieren, Maschinenparks soweit wie möglich zu entnetzen, auch bei älteren Industrieanlagen den Passwordschutz einer kritischen Prüfung zu unterziehen, aber vor allem auch das wesentliche Know-how einer jeden Firma zu identifizieren und sorgfältig zu schützen. „Jedes Unternehmen braucht einen Notfallplan für Cyberattacken und der muss – wie bei jeder Rettungsübung – immer wieder geübt werden“, mahnte der Experte. Eindringlich riet er den Unternehmen: „Wenn sie bei einer Anfrage, einer Aktion oder einem Geschäftskontakt intuitiv Bedenken oder Zweifel haben, hören sie auf ihr Bauchgefühl.“

Beeindruckt bis verblüfft von dem Gehörten zeigten sich die Teilnehmer beim unternehmerischen Netzwerken nach dem Vortrag. Intensiv wurde über die eigenen Erfahrungen diskutiert. „Der Austausch zwischen den Unternehmen ist für uns ein wichtiger Teil des Unternehmensfrühstücks“, erläuterte Siegfried Averhage, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück, WIGOS. Auf der einen Seite würden oftmals im Gespräch neue Ideen und Kooperationen ausgelotet. Auf der anderen Seite sei die Veranstaltung auch für die Kreisverwaltung eine gute Gelegenheit, mit den Betrieben über ihre Wünsche an die Wirtschaftsförderung zu sprechen.

 

 

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 Bilder WIGOS / Kimberly Lübbersmann

 

Zwischen Karneval und Halloween

Europa-Union zeigt neue Ausstellung mit Schülerarbeiten im Kreishaus

Egal ob Schützenfest oder Public Viewing – Europäer haben über Jahrtausende kulturelle Bräuche entwickelt und behalten. Wie bunt Europas Kultur ist und wie Schülerinnen und Schüler aus Landkreis und Stadt Osnabrück sich mit ihr auseinander setzen, zeigt vom 10. bis 20. Oktober eine neue Ausstellung im Kreishaus am Schölerberg.

Europa-Union zeigt neue Ausstellung mit Schülerarbeiten im Kreishaus

Die gezeigten Arbeiten entstanden alle im Rahmen des 64. Europäischen Wettbewerbs. „In Vielfalt geeint. Europa zwischen Tradition und Moderne“ – das war das diesjährige Motto des ältesten und größten Schülerwettbewerbs in der Bundesrepublik. Insgesamt nahmen bundesweit über 85.000 Menschen zwischen 6 und 21 Jahren teil. Die besten von ihnen wurden vom Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in dessen Amtssitz Schloss Bellevue in Berlin empfangen.

Für die Europa-Union Deutschland, Kreisverband Osnabrück Stadt und Land e.V., bietet der Wettbewerb auch eine schöne Gelegenheit, zu zeigen, dass die Teilnehmenden der Region sich nicht hinter anderen zu verstecken brauchen. Mit insgesamt 1.000,- € prämierte der Verein die drei besten Arbeiten, die zwischen Quakenbrück und Glandorf entstanden sind. „In diesem Jahr haben wir sogar zusätzlich drei Sonderpreise vergeben, weil sich die Jury nicht so recht einigen konnte“ verrät Tiemo Wölken.

Der SPD-Europaparlamentarier ist seit September der Vorsitzende des Europa-Unions-Kreisverbandes. Besonders freut er sich über die Arbeiten, die zur Sonderaufgabe „In Europa angekommen – und nun?“ entstanden sind. Hier hatten sich unter anderem angehende Pädagoginnen und Pädagogen einer Klasse des Berufsschulzentrums am Westerberg (BSZW) mit einer so genannten Sprintklasse zusammengetan. Das sind Schulklassen, in denen Flüchtlinge auf das Leben in Deutschland vorbereitet werden. Aus der Zusammenarbeit entstanden hier unter anderem ein „Wunschbaum-Puzzle“ oder ein spektakuläres Kochbuch.

Der Europäische Wettbewerb ruft jedes Jahr Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen und Schulformen dazu auf, sich auf kreative Art und Weise mit aktuellen europäischen Themen auseinanderzusetzen. Ob Plakate, Collagen, Filme, Texte oder Figuren – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Das ist auch im Schuljahr 2017/2018 so, und auch im kommenden 65. Europäischen Wettbewerb hat die Europa-Union in der Region ihre Preise ausgeschrieben. Das Thema im aktuellen Wettbewerb lautet „Denk mal – worauf baut Europa?“ Gemeint ist damit sowohl das geschichtliche Bauwerk als auch das digitale Erbe. Schließlich entstehen Denkmäler nicht mehr nur in Stein, sondern auch in Bits und Bytes.

Sich 2018 zu beteiligen, ist für die Region Osnabrück besonders wichtig, meint der EU-Abgeordnete Wölken: „Schließlich trägt das Osnabrücker Rathaus, genau wie das von Münster, das Kulturerbesiegel der Europäischen Union. Und die Erinnerung an den 30-jährigen Krieg sollte gerade 2018, exakt 400 Jahre nach seinem Beginn, besonders sein.“
Die Ausstellung der aktuellen regionalen Beiträge ist übrigens kostenlos und während der Öffnungszeiten des Kreishauses am Schölerberg zu besuchen.

Weitere Infos zum Europäischen Wettbewerb, zur neuen Ausschreibung und zu anderen europäischen Themen gibt es im Europe Direct Informationszentrum Landkreis Osnabrück, am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück, Telefon 0541/501-3065 oder im Internet unter www.europe-direct-osnabrück.de.

 

 

 

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 Bilder Landkreis Osnabrück/ Henning Müller-Detert

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